Graues Eldorado

Donnernd rattert der Zug mitten durch das nordkolumbianische Städtchen Orihueca. Der Lärm ist unbeschreiblich. 90 Waggons, beladen mit Kohle, manche davon offen, so daß sich der Staub entlang der Gleise verteilen kann. Es geht zur Küste, dort wird das schwarze Gold nach Europa verschifft. Manchmal sind es über 100 Anhänger, die im Halbstundentakt rund um die Uhr in wenigen Metern Abstand an den Häusern vorbeirauschen.

Die Szene stammt aus einem dieser Tage veröffentlichten Dokumentarfilm, den die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien in Zusammenarbeit mit der kolumbianischen Organisation Pensamiento i Acción Social (PAS) produziert hat. Der Norden Kolumbiens hat sich in den letzten zehn Jahren zu einem Eldorado des Kohletagebaus entwickelt. Der hohe Weltmarktpreis macht es möglich. Vielleicht nur 15 bis 20 US-Dollar pro Tonne müssen aufgewendet werden, um die Steinkohle aus der Erde zu holen, schätzt Oliver Krischer. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete ist in den letzten Jahren mehrfach in die Region gereist, um sich vor Ort über die Folgen des Abbaus zu informieren.

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